Hans Förstl


Biologische Korrelate psychotherapeutischer Interventionen


Hans Förstl


Neuronale Aktivität ist die Grundlage von Verhalten und Erleben. Diese Hypothese ist recht gut untermauert und wird im folgenden Beitrag nicht weiter diskutiert. Eine Eigenheit des menschlichen Zentralnervensystems ist, dass seine Reaktionen nicht unmittelbar auf einen externen Reiz folgen, sondern schwer berechenbar sind und lange auf sich warten lassen. Dabei wird offensichtlich eine Menge Energie verbraucht, nämlich bis zu 2 MJ/pro Tag und damit etwa ein Viertel des menschlichen Grundumsatzes. Es ist Aufgabe der Psychologie, Art und Zeit der Reaktionen zu berechnen, während die Psychotherapie sich bemüht, durch gezieltes Lernen vorteilhafte Reaktionen zu erzielen. In den folgenden Absätzen versuche ich, einige neurobiologische Prozesse zu skizzieren, die im Rahmen psychotherapeutischer Interventionen beeinflusst werden, nämlich neuronale Substrate des Lernens, des Gedächtnisses, also jenes Apparates, der für die Entwicklung neuer Programme, für die Anpassung des Verhaltens verantwortlich ist.

Neurobiologie und Psychotherapie
Während Psychologie theoretisch auch im luftleeren Raum betrieben werden kann, gewann die gehaltvollere Arbeitsrichtung der physiologischen oder biologischen Psychologie in den letzten Jahrzehnten stark an Boden. Während der letzten Jahre  wurde auch immer häufiger der Versuch unternommen, neurobiologische Erkenntnisse als Grundlagen der Psychotherapie zu verstehen, wobei die bescheideneren deskriptiven Ansätze eher überzeugen als die präpotenten Versuche, irgendwelche Forschungsergebnisse zwischen Bindungstheorie und neuronaler Plastizität zu einem geschlossenen Weltbild zusammenzufügen, das mitunter sogar als späte Rechtfertigung Freudscher Überlegungen herangezogen wird (der ursprünglich akribische Neurowissenschaftler Sigmund Freud würde sich vermutlich im Grabe umdrehen). Dass biologische Forschung einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis menschlicher Kognition und menschlichen Verhaltens leistet, war für Freud ebenso selbstverständlich, wie es denjenigen erscheint, die heute in die moderne Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie einsteigen. Dennoch musste sich die biologische Forschung ihre innovative und heute führende Rolle erst mühsam erkämpfen. Wie dominant biologische Forschung heute geworden ist, wird am ehesten deutlich mit Blick auf psychologisch-psychotherapeutische Arbeiten, welche den Versuch unternehmen, die Wirksamkeit ihrer Methoden zu untermauern, indem sie sehr einfache, mechanistische Wirkungsschienen postulieren, z.B. "Ist Verhaltenstherapie eine endogene Serotonin-Behandlung?", um Gleichrangigkeit mit der Neurobiologie und Psychopharmakologie zu postuliren (Baer, 1996).

Lesenswert sind die Beiträge über erfahrensgesteuerte neuronale Plastizität (Braun und Bogerts, 2001) und die eher feuilletonistischen Versuche einige neurobiologische Misszellen über potentielle biologische Grundlagen und Defekte der Psychotherapie zusammenzutragen (Gabbard, 2000; Liggan und Kay, 1999). Sehr viel weiter gehen umfassende neuere Darstellungen in Buchform, deren Botschaft weit diffuser klingt, da sie zum Teil biologische mit psychoanalytischer Terminologie vermischen (Deneke, 2001
Harris, 1998; Rüegg, 2001). Bemerkenswert ist der Versuch des Nobelpreisträgers Eric Kandel (1999) in dem Artikel "Biologie und die Zukunft der Psychoanalyse" einen neuen intellektuellen Rahmen für die Psychiatrie zu schaffen. Dem liegt ein US-amerikanisches Verständnis des Psychoanalyse-Begriffs zugrunde und er rekurriert auf Freuds Forderung zu gegebener Zeit psychologische Termini durch physiologische und biochemische zu ersetzen. Er betont wie einige der anderen Autoren die grundlegende Bedeutung von Gedächtnisprozessen für das Verständnis menschlichen Verhaltens und für dessen gezielte
Modifikation. Der Gedächtnisforscher Schacter (1999) geht mit seinem Opus "Wir sind Erinnerung" noch einen Schritt weiter.

Gedächtnis: Moleküle und Strukturen
Erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurden überzeugende Experimente durchgeführt, welche die grundlegende Bedeutung der chemischen Neurotransmission belegten (Carlsson, 2001). Diese tierexperimentellen und In vitro-Untersuchungen produzierten in kurzer Frist eine Fülle von Daten, die Zeitschriften und Lehrbücher füllten, und darüber hinaus schufen sie die Grundlagen zur Entwicklung wirksamer pharmakologischer Therapiestrategien gegen neurologische und psychische Erkrankungen. Angesichts der Fülle heute bekannter Neurotransmitter und der Unübersichtlichkeit komplizierter Neurotransmittersysteme wäre eine prinzipielle Skepsis gegen die Relevanz solcher unübersichtlicher Entdeckungen angebracht, wenn nicht alltäglich in der klinischen Behandlung von Patienten der praktische Beweis für die Bedeutung dieser Befunde geliefert würde (Snyder und Ferris, 2000).
Wesentliche Einsichten über die Neurophysiologie einfacher Gedächtnisleistungen waren zunächst erfolgreicher an weniger komplexen Nervensystemen zu untersuchen als ausgerechnet dem menschlichen. Die Meeresschnecke Aplysia diente aufgrund ihrer wenigen (20.000) und sehr grossen (bis 1000 m) Neuronen als geeignetes Versuchstier zum Studium von Habituation, Sensitivierung und klassischem Konditionieren. Dabei waren kurze Effekte und Langzeitgedächtnisleistungen, die über mehrere Tage erhalten blieben, zu beobachten. Im Zentralnervensystem der Aplysia sind inzwischen die einzelnen Neuronengruppen in ihrer Funktion und Neuropharmakologie sehr gut verstanden. Die akuten Effekte einer Neurotransmitterfreisetzung mit Aktivierung von cyclo AMP, Proteinkinase A, auf Ionenkanäle und Neurotransmitterfreisetzung sind nicht wesentlich anders als bei humanen Neuronen. Ähnliches gilt für die Aktivierung von Proteinen (MAPK, CREB und andere), die Substrat länger dauernder neuronaler Funktions- und darüber hinaus auch Strukturveränderungen darstellen (Kandel, 2001;  Shapiro, 2001).
Die offensichtlichste, basalste und überdauerndste neuronale Veränderung im humanen Zentralnervensystem sind die globalen Reifungsprozesse. So werden etwa im Alter von 3 bis 6 Jahren die schnellsten Wachstumsraten in präfrontalen Netzwerken registriert, während Fasern, die Assoziations- und Sprachareale enervieren, bis zum Zeitraum nach der Pubertät starke Wachstumsraten aufweisen (Thompson et al., 2000). Danach galten die Wachstumsprozesse als weitgehend abgeschlossen, und es konnte erst vor Kurzem gezeigt werden, dass in einzelnen Hirnregionen, nämlich der Zona subventricularis in der Wand der Seitenventrikel, im Bulbus olfactorius und in der Zona subgranularis des Gyrus dentatus noch neue Nervenzellen gebildet werden können (Björklund  und Lindvall, 2000). Es ist derzeit nicht zu belegen, dass diese Prozesse von wesentlicher Bedeutung für menschliches Gedächtnis und Verhalten sind. Alltäglicher und weiter verbreitet, aber an hippokampalen Neuronen besonders gut untersucht ist die ständige synaptische Remodellierung als Konsequenz der Long-Term Potentiation (LTP; Toni et al., 1999). In einer Serie eleganter Experimente konnte diese synaptische Reorganisation mit dem Auswachsen postsynaptischer Dendriten in der Region CA1 des Hippokampus visualisiert werden (Engert und Bonhoeffer, 1999). Diese Veränderungen werden durch neue Lernaufgaben oder Umgebungsbedingungen angeregt, z.B. Geburt und Aufzucht von Jungen (Kinsley et al., 1999; Xu et al., 1998). Durch eine Deprivation sensorischer Reize kommt es vor allem in kritischen Entwicklungsphasen zu einem Verlust dieser strukturellen Plastizität (Lendvai et al., 2000). 
Die Überführung kurzfristiger Anpassungen in Langzeitprogramme, also von Neurophysiologie zur Neuroanatomie, erfordert komplizierte biochemische Zwischenschritte, die zwingend an die Synthese von Proteinen gebunden sind (Dudai, 2000).
Zwei neue Ergebnisse erscheinen besonders bemerkenswert:
1.    Nicht nur das Erlernen und die Konsolidierung neuer Informationen, sondern auch das Vergessen ist notwendigerweise auf diese Proteinsynthese angewiesen; auch Entlernen ist somit neurobiologisch als Lernakt zu betrachten (Berman und Dudai, 2001).
2.    Wiedererinnern repräsentiert einen aktiven Vorgang, in dem Gedächtnisinhalte destabilisiert werden, und zur Rekonsolidierung ist ein erneuter Lernakt einschliesslich Proteinsynthese notwendig (Nader et al., 2000). Gedächtnisinhalte sind also keine Akten, die aus einem Schrank hervorgeholt und an gleicher Stelle unverändert wieder abgelegt werden können, sondern diese Akten werden in diesem Prozess um- bzw. neu geschrieben.

Hippokampus und Neokortex
Hippokampale Neuronen sind von elementarer Bedeutung für Leistungen des Kurzzeitgedächtnisses bei räumlichen und anderen Aufgaben (Hampson et al., 1999). In einer Reihe von originellen Untersuchungen an Londoner Taxifahrern konnte gezeigt werden, dass hippokampale Neuronen nicht nur bei der Ratte während räumlicher Orientierungsaufgaben aktiviert werden (Maguire et al., 1997). Beim Menschen ist es vor allem der rechte Hippokampus, der bei erfolgreichem Navigieren hochaktiv ist (Maguire et al., 1998). Dabei fanden sich sogar Hinweise auf eine stärkere Ausprägung, ein grösseres Volumen des für die räumliche Orientierung vorrangig verantwortlichen dorsalen Hippokampus bei Taxifahrern mit längerer Berufserfahrung (Maguire et al., 2000). Spezies-übergreifend findet sich eine stärkere Ausformung des Hippokampus vor allem bei jenen, die sich an Nahrungs- und Gefahrenquellen in ihrer Umgebung über längere Zeiträume erinnern müssen (Biegler et al., 2001). Das Langzeitgedächtnis für räumliche Erinnerungen kann durch Stress und Glukokortikoidgabe beeinträchtigt werden (de Quervain et al., 1998). In einer Einzellfallstudie war zu demonstrieren, dass Alt-Gedächtnis und auch räumliches Alt-Gedächtnis nach einer Läsion des Hippokampus erhalten bleibt, also nach der Lernphase auch in anderen Hirnarealen fixiert wird (Teng und Squire, 1999). Zusätzlich zu den räumlichen Orientierungsaufgaben besitzt der humane Hippokampus eine wesentliche weitere Funktion im Bereich des deklarativen, spezieller des episodischen Gedächtnisses (Aggleton und  Brown, 1999). Diese Aufgabe ist der philogenetisch basalen, inzwischen evolutionär angepassten Struktur vor allem im Bereich der dominanten Hemisphäre durch die räumliche Nähe zu den Spracharealen zugewachsen.
Während der Hippokampus als schneller Lernapparat dient, übt er eine persistierende Lehrfunktion auf den Neokortex aus (Lisman und Morris, 2001). Die akuten Lernvorgänge lassen sich an Patienten mit Epilepsie auch intravital elektrophysiologisch untersuchen (Fernandez et al., 1999). Durch Reaktivierung einer Lernaufgabe nach unterschiedlichen Zeitintervallen lässt sich demonstrieren, dass die metabolische Aktivierung während der ersten Tage im Hippokampus, nach mehreren Tagen jedoch weitgehend auf neokortikale Areale übergeht (Bontempi et al., 1999).
Sowohl Aufgaben die das Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis beschäftigen (Furey et al., 2000), als auch eine längerfristige neokortikale Reorganisation, werden durch cholinerge Mechanismen bzw. eine Aktivierung des Nucleus basalis Meynert gefördert (Kilgard und Merzenich, 1998). Ähnlich wie Azetylcholin die Diskrimination affektneutraler visueller Stimuli fördert, werden emotional aufgeladene Stimuli durch das noradrenerge System facilitiert und durch Blockade noradrenerger Neurotransmission gehemmt (O'Carroll et al., 1999).
Möglicherweise repräsentiert der Schlaf jenen Zeitraum, während dessen Lerninhalte off-line bei unterschiedlicher cholinerger Aktivierung während einzelner Schlafphasen zwischen Neokortex und Hippokampus zurückgespielt, nochmals hinsichtlich ihrer Relevanz und Zuordnung geprüft und bei hoher Bewertung konsolidiert werden (Stickgold et al., 2001). Während des cholinerg getriebenen REM-Schlafes können möglicherweise im Neokortex neue Feed-Forward-Schleifen gebildet und Informationen an den Hippokampus zurückgespielt werden, während im Tiefschlaf (Slow Wave Sleep) und bei höherer neokortikaler Proteinsynthese reevaluierte Informationen vom Hippokampus nochmals in den Neokortex gespeist werden; diese Hypothesen bedürfen weiterer Fundierung (Maquet, 2001; Siegel, 2001). Cholinerge Mechanismen sind von grundlegender Bedeutung für die Weiterverarbeitung und Konsolidierung von Informationen innerhalb des Zentralnervensystems. Dopamin spielt eine fundamentale Rolle bei der Aufmerksamkeit, Auswahl und Aufnahme von Information (Waelti et al., 2001). Dopamin ist entscheidend beteiligt an den nach vorn gerichteten Planungs- und Entscheidungsprozessen, die den Präfrontalkortex beschäftigen. Sie werden dann aktiviert, wenn Neu-Lernen oder eine Verhaltensumstellung notwendig werden. Neue Reize und unerwartete Handlungskonsequenzen führen zu einer Aktivierung dopaminerger Neuronen im ventralen Tegmentum, die über eine Modulierung der Langzeitpotenzierung zu einer kortikalen Reorganisation beitragen (Bao et al., 2001).
Der präfrontale Kortex der Primaten ist unabhängig von Art, Ort und exakter Zeit der externen Stimuli beteiligt an der Evaluation von deren Wert - vom wohlschmeckenden Belohnungsreiz bis zur Bedeutung hinsichtlich des Überlebens (Fuster et al., 2000; Tremblay und Schultz, 1999; Watanabe, 1996). Diese Neuronen gestatten die Ablösung der Primaten aus ihrer unmittelbaren Umwelt die interne teilweise zeitunabhängige Manipulation von Informationen  von Verhaltensprogrammen (Fletcher und Henson, 2001; Rainer et al., 1998). Die beteiligten Prozesse können entweder als Arbeitsgedächtnis aufgefasst werden – was den experimentellen Zugang erleichtert – oder mit dem sperrigen und vieldeutigen Begriff Bewusstsein belegt werden (Young und Pigott, 1999; Zeman, 2001). Die Präfrontalregionen entscheiden mit darüber, welche Information frisch ins Gedächtnis oder ins Bewusstsein gerufen werden (Bunge et al., 2001; Fletcher et al., 1998a), welche abgespeichert werden (Fletcher et al., 1998b), und sie werden je nach Art und Erfolg der geforderten Aufgabe in unterschiedlichen Mustern aktiviert (Henson et al., 1999; Rugg et al., 1996). Beim Ekphorieren greift der Präfrontalkortex auf temporo-parietale tertiäre Assoziationsareale zurück (Tomita et al., 1999), wobei autobiographische Erinnerungen an den Temporalkortex der nicht-dominanten Hemisphäre gebunden sind (Fink et al., 1996; Markowitsch et al., 1997).
Eine weitere Leistung des Präfrontalkortex in der Konstruktion der privaten Realität ist auch das Hineindenken, sich Hineinversetzen in andere, im Englischen als "theory of mind" bezeichnet. In sprachvermittelten Paradigmen zur Prüfung der "theory of mind" werden vorwiegend der mediale Frontalkortex (Brodmann area 8 und 9) sowie Teile des linken Temporallappens aktiviert (Fletcher et al., 1995; Frith und Frith, 1999; Goel et al., 1995). 

Functio laesa und Psychotherapieeffekte
Die "theory of mind" ist bei autistischen Kindern gestört, bei denen eine entsprechende Aktivierung präfrontaler Areale unterbleibt (Frith und Frith, 1999). Patienten mit traumatischen oder neurodegenerativen Frontallappenveränderungen, die den Mediofrontalkortex oder den Nucleus amygdalae betreffen, sind weniger im Stande zu "mentalisieren", also sich in andere hineinzudenken und beispielsweise auch dadurch zu entdecken, wenn sie selbst durch andere getäuscht werden (Fine et al., 2001; Stuss et al., 2001). Bei einer Reihe anderer Erkrankungen von Frontalhirnläsionen über Morbus Parkinson und Schizophrenie ist die Ausfrührung "bewusstseinsnaher", "willentlich gesteuerter" Arbeitsgedächtnisaufgaben beeinträchtigt (Jahanshahi und Frith, 1998). Emotional bedeutsame Stimuli werden von Patienten mit einer Läsion des Nucleus amygdalae weniger wahrgenommen (Anderson und Phelps, 2001). Das Selbstkonzept der Patienten mit einer frontotemporalen Neurodegeneration und Atrophie vor allem der präfrontalen und frontalen Temporalbereiche der nicht-dominanten Hemisphäre (Förstl, 2002; Miller et al., 2001). Patienten mit mediotemporalen Läsionen, etwa im Rahmen einer Alzheimer Krankheit, zeigen die erwartete Gedächtnisschwäche, die vor allem episodische Leistungen betrifft (Bäckmann et al., 1999; Ploner et al, 1999). Auch ein Psychotrauma kann ähnliche funktionelle Hirnveränderungen mit einer dramatischen Abnahme des neokortikalen und subkortikalen Metabolismus erzielen wie eine ausgedehnte organische Läsion (Markowitsch et al., 1998).
Entsprechend eindeutig sind auch die funktionellen Veränderungen, die eine erfolgreiche psychotherapeutische Intervention am menschlichen Gehirn hinterlässt, ob es sich um eine einfache Biofeedback-Entspannung handelt mit Aktivierung des anterioren Gyrus cinguli und des Vermis cerebelli (Critchley et al., 2001) oder eine Normalisierung präfrontaler und limibischer Aktivität im Verlauf einer interpersonalen Psychotherapie, die den Effekten einer psychopharmakologischen Behandlung nahezu gleichkommt (Brody et al., 2001; Martin et al., 2001).

P.S.:
Dies sind also Mechanismen, die menschlichen Verhaltensprogrammen zugrunde liegen, welche in einem psychotherapeutischen Prozess, der deklarative Kanäle verwendet, neu kodiert werden. Ernsthafte praktische Konsequenzen mag ich, wie eingangs erwähnt, in diesen Jahren noch nicht ziehen (mit Vorbehalt wäre abzuleiten, dass optimale psychotherapeutische Erfolge zu erzielen wären bei Patienten vor Vollendung des 6. Lebensjahres; nach besonders behutsamem Umgang mit wiederholt aufgewärmten Erinnerungen; im Anschluss an eiweissreiche Mahlzeiten gewürzt mit Azetylcholinesterasehemmern und L-Dopa, bei eingeschaltetem Kurzzeitgedächtnis = Bewusstsein, was durch Wachheit belegt wird; und nach unmittelbar anschliessendem Schlaf). 
 

LITERATURHINWEISE

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